Projektziele und Projektinhalt

Das zentrale Ziel dieses Projektes ist eine systematische Aufbereitung von potenziellen Bedrohungen und möglichen Angriffen auf ein (vermeintlich) nachhaltigeres, zukünftiges österreichisches Energiesystem. Neben techno-ökonomischen Analysen wird auch die sozio-ökonomische Dimension der Energiewende-Diskussion adressiert (mögliches Governance- und Akzeptanzversagen bzw. ethische Fragen). Als Ergebnisse liegt neben einer systematischen Aufbereitung auch eine Grobanalyse von möglichen Wechselwirkungen und Zielkonflikten bei der Implementierung von Risikominimierungsstrategien pro Bedrohungsszenario bzw. Angriffsvektor vor. Weiters werden detaillierte vertiefende Forschungsfragen formuliert, die es zukünftig unter Einbindung der relevanten Bedarfsträger zu bearbeiten gilt, um den langfristigen Erfolg der österreichischen Energiewende zu gewährleisten.

 

Bedrohungsszenarien

Sabotage und Anschläge

Sabotage und Anschläge können sowohl terroristischer Natur als auch Cyber- und Hackerangriffe im Zuge der zunehmenden Digitalisierung des Energiesystems sein. Dies kann nicht zuletzt aufgrund von zu starkem Kostendruck und damit einhergehender Vernachlässigung von Sicherheitsmaßnahmen hervorgerufen werden.

 

Wetter- und Klimaextreme

Dies umfasst die unmittelbaren kurzfristigen Auswirkungen von Hitze- und Kältewellen bzw. weiterer Katastrophen (wie z.B. Überschwemmungen) als auch langfristige Phänomene wie das zunehmende Verschwinden der Gletscher (und damit das Ausbleiben des natürlichen Zuflusses in Speicherkraftwerke) oder das Entweichen von gebundenem CO2 und Methan durch auftauende Permafrostböden.

 
ressource.jpg

Rohstoffverknappung

In einem zukünftigen Energiesystem wird Erdgas zur „Überbrückung“ in das post-fossile Zeitalter weiterhin eine zentrale Rolle spielen. Deren Ressourcen und Reserven sind jedoch aufgrund von Klimaveränderungen nicht als gesichert vorauszusetzen (z.B. auftauende Permafrostböden). Weiters sind auch die mineralischen Rohstoffe und Metalle (z.B. Lithium, Kobalt, etc.) keineswegs unbegrenzt verfügbar und konzentrieren sich auf einige wenige Regionen weltweit. Dadurch entstehen unter anderem auch inhärente Abhängigkeitsverhältnisse von den Lieferländern.

 
governance.jpg

Governance-Versagen

Unstetige politische Entwicklungen bzw. geopolitische Krisenherde und unmittelbar daraus folgende disruptive Energie- und Klimapolitiken bilden eine große Gefahr, mittel- und langfristig gesteckte Pfade und Ziele auch tatsächlich zu erreichen.

 
acceptance.jpg

Akzeptanzversagen

Akzeptanzversagen kann z.B. durch zu hohe Energiekosten oder sozial unverträgliche Transferzahlungen bei energiepolitischen Förderinstrumenten entstehen; vor allem dann, wenn die Kunden augenscheinlich mit einer verminderten Versorgungssicherheit konfrontiert sind. Weiters kann zukünftig eine sensibilisierte Bevölkerung auch ethische Bedenken bei der Rohstoffbeschaffung (z.B. Kinderarbeit, etc.) anführen, wenn sie gewissen Technologien (z.B. Batteriespeicher, Elektromobilität, etc.) nicht in dem Ausmaß akzeptieren/nachfragen, wie derzeit angenommen.